Toleranz zwischen den Kulturen

 „Wir wollen nicht die Welt verbessern. Aber es hilft schon, wenn jeder Mensch in seinem Umfeld dazu beiträgt, die Welt und sein Dorf liebens- und lebenswerter zu machen“.

Über das ganze Jahr 2018 verteilt führt die Gemeinde Kehrsatz eine Informationskampagne zur Thematik des Zusammenlebens und des gegenseitigen Respekts durch. In jeder Chäsitzer-Ausgabe wird ein neues Themenfeld lanciert. Das zweite Thema soll die gegenseitige „Toleranz zwischen den Kulturen“ fördern. Dabei handelt es sich um ein sehr breites Themenfeld und es können hier nur ausgewählte Aspekte beleuchtet werden.

Definition "Toleranz" (Duden)

Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.

Verständnis für die Minderheit

Gehören Sie zu einer Minderheit?
Wissen Sie, wie viele Minderheiten in Kehrsatz leben und wie viel wissen Sie über sie?
Wie tolerant sind Sie ihnen gegenüber und wie gehen Sie mit ihren Anliegen um?

Fehlt uns die Erkenntnis wie unsere Minderheiten in unserem Dorf leben, fehlt uns das beiderseitige Verständnis und somit verhindert dies auch den gegenseitigen Respekt.
Damit ein friedliches Zusammenleben in unserem Dorf auch weiterhin gewährleistet ist, müssen wir aufeinander zugehen, das Fremdartige verstehen und annehmen ohne die eigenen Werte zu verlieren. Um miteinander Brücken zu bauen, benötigen wir folgende Bausteine:
- Rücksichtnahme
- Respekt
- Offenheit
- Vertrauen
Wie Sie alle wissen, ist Kehrsatz ein multikulturelles Dorf. Hier leben Menschen aus 71 Ländern und diese sprechen unterschiedliche Sprachen.
Diese Vielzahl und Vielfalt von Sprachen oder ethnischen Traditionen, Lebensformen und Religionen ist einerseits für unser Dorf sehr bereichernd aber anderseits stellt es uns auch vor gewisse Herausforderungen, die für ein gutes Zusammenleben gelöst werden müssen.

Aus diesem Grund hat der Gemeinderat im Jahr 2012 ein Integrationsleitbild verabschiedet. Dieses hält Massnahmen und Möglichkeiten fest, wie Minderheiten leichter in unser Dorfleben integriert werden können.
Beispielsweise wurden folgende Massnahmen umgesetzt:
- Deutschkaffee, in Zusammenarbeit mit der youngCaritas
- Frauentreff im Öki wurde beworben
- Projekt Schlüsselpersonen aus verschiedenen Kulturen
Versuchen auch Sie, auf unsere Minderheiten zuzugehen und Sie werden staunen was für bejahende Werte und Anschauungen diese Ihnen auf Ihrem Lebensweg mitgeben können. So könnten wertvolle Freundschaften entstehen, welche für beide Seiten bereichernd sein werden.
Auch leisten die Schulen und die Tagesschule Kehrsatz einen grossen Beitrag für die Integration der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und fördern somit auch das Verständnis und die Toleranz untereinander.
Die Klasse 4a, mit ihrer Klassenlehrerin Simone Vega, geht zurzeit innerhalb ihres Klassenverbunds der Frage „wie unterschiedlich leben wir und was wissen wir voneinander?“ nach.

Gegen Diskriminierung

Wissen Sie wie viele Anzeigen es in der Schweiz in den Jahren 1995 bis 2016 wegen Rassendiskriminierung gegeben hat?
Wie reagieren Sie auf diskriminierende Haltungen?
Wissen Sie, dass Vorurteile unbewusst oder bewusst allgegenwärtig sind?

Was versteht man unter Diskriminierung:
Diskriminierung stammt etymologisch vom lateinischen Wort "discriminare" = "unterscheiden" ab.
Diskriminierung ist die Benachteiligung von Menschen im Zusammenhang mit bestimmten Merkmalen wie Geschlecht, Hautfarbe, ethnische oder soziale Herkunft, Alter, Behinderung, Sprache, Religion, Weltanschauung, politische oder sonstige Anschauung, Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, sexuelle Orientierung, Vermögen, Geburt oder genetische Merkmalen.

Die Benachteiligung von Menschen im Zusammenhang mit der ethnischen Zugehörigkeit ist eine rassistische Diskriminierung, diese wird von der einheimischen Bevölkerung als fremd und nicht dazugehörig definiert. Die Folgen daraus zeigen sich am Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche, beim Zugang zu Dienstleistungen usw.
Diskriminierungen sind nicht immer nur die Folgen von beabsichtigten Äusserungen und Entscheidungen, sondern beruhen oft auf Unwissenheit und Vorurteilen.
Bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends hat die Gemeinde Kehrsatz in diesem Bereich ein Zeichen gesetzt! Sie ist der „Berner Erklärung“ beigetreten und unterstützt das „gggfon – Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus“.

Zeigen Sie Mut und gehen Sie mit uns zusammen gegen Diskriminierung in unserem Dorf vor:
- Schauen Sie nicht weg!
- Sprechen Sie in Ihrem Umfeld über dieses Thema.
- Denken Sie an die Konsequenzen Ihrer Worte und Handlungen – Verletze ich jemand mit meinen unbedachten Äusserungen?
- Sprechen Sie die von rassistischer Diskriminierung betroffene Person an, sorgen Sie dafür, dass sie nicht weiteren Äusserungen ausgesetzt ist und drücken Sie Ihre Solidarität aus.
- Fragen Sie die Täterinnen und Täter wieso sie so eine feindliche Meinung haben.
- Setzen Sie Grenzen, bestimmen Sie wie in Ihrer Gegenwart über andere gesprochen wird.

Vielfältigkeit Religion

Haben Sie schon einen serbisch-orthodoxen Gottesdienst besucht?
Wussten Sie, dass unser Ökumenisches Zentrum schweizweit einzigartig ist?
Auch ist die religiöse Landschaft in unserem Dorf bunter geworden. Eine Vielfältigkeit von religiösen Überzeugungen lebt heute friedlich nebeneinander. Zu den Mitgliedern der evangelisch-reformierten Landeskirche und der römisch-katholischen Kirche, gesellen sich Muslime, Juden, Buddhisten, Orthodoxe, Hindus und Mitglieder verschiedener Freikirchen. Auch hier ist es wichtig, einander zu kennen, einander zu verstehen und einander zu vertrauen, denn nur so ist ein friedliches Zusammenleben auch weiterhin möglich.
Vom 5. bis 7. November 1976 wurde das Ökumenische Zentrum Kehrsatz feierlich eingeweiht. Die Besonderheit des Kehrsatzer „Öki“, wie es schon bald liebevoll genannt wurde, besteht darin, dass die ‚Andreaskirche‘ und auch der ‚Raum der Stille‘ von beiden Konfessionen für ihre jeweiligen religiösen Feiern und Dienste genutzt werden. Auf dem Grundstein, der in der Aussenwand neben dem Haupteingang sichtbar eingelassen ist, sind die Worte aus Johannes 17, Vers 21 „AUF DASS SIE ALLE EINS SEIEN“ eingemeisselt. Die evangelisch-reformierte und die römisch-katholische Kirchgemeinde fühlen sich diesen Worten verpflichtet. In gegenseitiger Kenntnis und Achtung vor der eigenen Tradition wird in Kehrsatz eine lebendige Ökumene zwischen den Religionen gewahrt und gelebt.
In all diesen Jahren ist das „Öki“ zu einem wertvollen, bedeutenden und generationenübergreifenden Begegnungsort geworden, der auch alle Kulturen und Religionen stets willkommen heisst.

Im Rahmen der Respektkampagne bzw. der Thematik „Toleranz zwischen den Kulturen“ führt das Deutschkaffee, unter der Leitung der youngCaritas, ein Begegnungsfest im Bistro Weidli durch.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Gemeinderat Kehrsatz

Anlässe/Aktionen im Rahmen der Respektkampagne:
• 18. März 2018, 10.00 Uhr, Öki, Gottesdienst zum Thema „Toleranz zwischen den Kulturen“
• 26. bis 29. März 2018, www.radiochico.ch, Ausstrahlung der Sendungen der Schulen Kehrsatz im Rahmen der Projektwoche zur Respektkampagne
• 25. April 2018, Begegnungsfest auf dem Areal des Wohnverbunds UPD, Weidliweg 2, organisiert durch youngCaritas

Die Schule Kehrsatz schreibt jeweils zu jedem Thema einen Beitrag. Diesen finden Sie hier:

Chaesitzer_Schulbeitrag_Toleranz_zwischen_den_Kulturen  [PDF, 181 KB]

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Das Plakat zum Thema Toleranz zwischen den Kulturen finden Sie hier:

Toleranz_Kultur  [PDF, 1.00 MB]