AGUL

Die Arbeitsgruppe Umwelt und Landschaft AGUL der Gemeinde Kehrsatz wurde 1990 gegründet. Die AGUL ist der Kommission Planung und Entwicklung unterstellt. Sie besteht aus einer Vertretung der Kommission Planung und Entwicklung, einem Mitglied der Umweltgruppe, dem Ackerbauleiter sowie drei weiteren interessierten Personen.

Die AGUL hat seit ihrer Gründung in Zusammenarbeit mit der Umweltgruppe Kehrsatz massgeblich dazu beigetragen, die Natur- und Kulturobjekte der Gemeinde Kehrsatz zu pflegen und so ihren Fortbestand und Erhalt sicherzustellen.

Die AGUL setzt sich zum Ziel, die Vielfalt an natürlichen und naturnahen Lebensräumen in der Gemeinde zu schützen und zu fördern, um einerseits den Tieren und Pflanzen geeignete Lebensräume zu schaffen und zu erhalten und andererseits den Kehrsatzerinnen und Kehrsatzern eine attraktive Wohngemeinde mit hoher Lebensqualität zu bieten. Die wichtigsten Partner der AGUL sind die Landwirtinnen und Landwirte der Gemeinde Kehrsatz.

Aufgaben der AGUL

Umsetzung Landschaftsrichtplan

Ein wichtiges Grundlagenpapier der Aufgaben der AGUL ist der Landschaftsrichtplan der Gemeinde Kehrsatz. Dieser basiert einerseits auf dem im Jahr 1987 von der Umweltgruppe Kehrsatz erstellten Inventar aller Naturobjekte der Gemeinde und andererseits auf den Vorgaben des Kantons. Der Landschaftsrichtplan ist ein Entwicklungskonzept und zeigt auf, wie und nach welchen Schwerpunkten sich die Gemeinde naturräumlich entwickeln soll. Es ist ein Vernetzungsmodell, das nicht nur naturschützerische sondern auch wirtschaftspolitische und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt. Die AGUL hat die Aufgabe, den im Jahr 2001 vom Amt für Gemeinden und Raumordnung bewilligten Landschaftsrichtplan schrittweise umzusetzen. Der Rundweg Kehrsatz war das erste grosse Projekt, das mit Erfolg abgeschlossen werden konnte. Am Projekt mitgearbeitet haben folgende Personen: Text: Ruth Rufer, Walter Maurer, Thomas Eberle, Andy Tromp / Fotos und Gestaltung: Grudrun Haueter.

Bewirtschaftungsverträge

Basierend auf der kantonalen Verordnung über die Erhaltung der Lebensgrundlagen und der Kulturlandschaften (LKV), die für spezielle Sonderleistungen der Landwirtschaft eine zusätzliche Abgeltung vorsieht, konnten 1996 als weiterer Meilenstein mit den Landwirtinnen und Landwirten von Kehrsatz erstmals Bewirtschaftungsverträge über ökologische Massnahmen abgeschlossen werden. Diese umfassen eine Vielzahl von Naturobjekten, wie Magerwiesen, Hecken, Obstgärten mit Hochstamm-Feldobstbäumen, Trockenstandorte, etc. Wenn die Vorgaben des Kantons und des Bundes erfüllt sind, erhalten die Bewirtschafter von Seiten des Bundes, des Kantons und der Gemeinde einen Subventionsbeitrag. Im Jahr 2000 ist Kehrsatz dem LKV-Verein Gürbetal beigetreten. Damit wurden die Vertragsgrundlagen und das Vorgehen von Kehrsatz mit den übrigen angeschlossenen Gemeinden im Gürbetal harmonisiert.

Hochwasserschutz und Auenrevitalisierung Aare-Gürbe

Nach den Überschwemmungen vom Mai 1999 im Belpmoos wurde vom Kanton und den betroffenen Gemeinden ein modernes Hochwasser-schutzkonzept ausgearbeitet. In diesem Zusammenhang wurde auch beschlossen, die Auen im Belpmoos zu revitalisieren und die ökologische Situation des Aarelaufs im Bereich Selhofenzopfen zu optimieren. Gleichzeitig wurden 2008 bis 2009 die Gürbe und der Lehnenkanal renaturiert. In der Planungsphase dieses Grossprojekts arbeitete die AGUL aktiv mit. So wurde zB die durchgehende Offenlegung des Lehnenkanals und der Gürbe erwirkt.

Hochwasserschutz und Renaturierung Mühlebach

Im 2012 hat die Gemeinde das Hochwasserschutzprojekt Mühlebach realisiert. Der Bach wurde auf einer Länge von 320 Meter offen gelegt. Ziel des Projekts war es, dem Gewässer mehr Raum und damit genügend Platz bei Hochwasser zu geben. Als weitere Massnahme wurde der Gewässerbereich ökologisch aufgewertet. Die Abteilung Bauten beauftragte die Arbeitsgruppe Umwelt und Landschaft AGUL mit der Ausarbeitung eines Bepflanzungskonzepts und der Ausführung der Bepflanzung. Die südliche Hangexposition machte eine grosse Auswahl an einheimischen Gehölzarten möglich. Geplant war eine nicht flächendeckende Bepflanzung mit unterschiedlich grossen Gruppen von Sträuchern. Diese sollen einerseits Lebensräume und Nahrung für Vögel und Insekten bieten und andererseits durch ihre Bewurzelung die Böschungen stabilisieren. Dazwischen gibt es offene Stellen, die Lebensraum bieten für licht- und wärmbedürftigen Krautpflanzen, die auf magerem Boden gedeihen, den nötigen Lebensraum bieten.
Pressevorstellung Renaturierung Mühlebach 29.10.2013  [PDF, 933 KB]

Pflegeinsätze/Naturobjekte

Ein wesentlicher Teil der Arbeit der AGUL besteht aber auch in den jährlich wiederkehrenden Pflegeeinsätzen von Hecken, Trockenstandorten, Waldrändern und anderen ökologisch wertvollen Flächen, die jeweils in Zusammenarbeit mit den Eigentümern oder Pächtern stattfinden, um eine weitere Pflege des Naturobjektes zu gewährleisten.

Gutachtertätigkeit

Soll in der Gemeinde ein alter Baum gefällt oder bei einer neuen Überbauung über die Bepflanzung entschieden werden, dann holt die Abteilung Bauten im Vorfeld bei der AGUL ein Gutachten ein. Die AGUL begleitet dann das Projekt bis zum Ende der Umsetzung.

Laufende Projekte

Eine Schulwegverbindung zwischen der Bleikenmatt und dem Schulhaus Selhofen ist den Kehrsatzerinnen und Kehrsatzern ein lang gehegter Wunsch, der auch in der Ortsplanung berücksichtigt worden ist. Die AGUL beabsichtigt, diesen Schulweg mit einem Projekt Lehrpfad zu verbinden. Dieser ökologische Lehrpfad soll Gross und Klein die Möglichkeit geben, ihre Kenntnisse über heimische Pflanzen und Tierarten beim Spaziergang oder auf dem Weg zur Schule zu erweitern.